Bei einer unzureichenden Vitaminzufuhr können schwere Mangelerkrankungen auftreten. Bei einem geringen Vitaminmangel spricht man von Hypovitaminosen, bei einem absoluten Mangel stellen sich Avitaminosen ein. Vielen Krankheiten, die im Altertum (Nachtblindheit) Mittelalter (Seefahrer erkrankten an Skorbut) bereits bekannt waren, waren auf einen Vitaminmangel zurückzuführen. Dass all diese Krankheiten auf einen Vitaminmangel zurückzuführen sind, konnte man jedoch erst Anfang des Jahrhunderts anhand von Tierversuchen nachweisen.
Vitamin D kann unser Körper unter Sonnenlicht oder künstlicher UV-Bestrahlung selbst herstellen. In Ländern (zum Beispiel Sibirien) mit geringem Sonnenlicht leiden vielen Menschen unter einem Vitamin D-Mangel und erkranken an Rachitis. Bei Kindern können dadurch schwere Knochendeformationen entstehen. Aber auch ein Überangebot an Vitaminen kann Erkrankungen hervorrufen, sogenannte Hypervitaminosen. Bei einem Überschuss an Vitamin A oder Vitamin C können diese nicht mehr ausgeschieden werden und eine toxische Wirkung macht sich bemerkbar.
Darüber hinaus sind Vitamine sehr empfindlich gegenüber Licht, Sauerstoff und Hitze. Dies sollte man bei der Verarbeitung und Lagerung von Lebensmitteln berücksichtigen, um den Vitaminverlust so gering wie möglich zu halten.

 

Vitamin

Funktion

Tagesbedarf [mg]

Mangelerkrankung

bei unzureichender Vitaminzufuhr

Vitamin A

beteiligt am Sehvorgang, Aufbau und Funktionsverhalten von Haut und Schleimhaut, involviert in den Stoffwechsel der Leber und der Schilddrüse

1,2

Sehstörungen, trockene Haut, Wachstumsstörungen bei Kindern, Schwächung des Immunsystems

Vitamin D

wichtig im Calcium- und Phosphat-Stoffwechsel, beeinflusst die Mineralisierung der Knochen und Zähne

0,01

Rachitis bei Kindern (Knochen enthalten 30% anstelle 50% Kalksalze), Muskelkrämpfe, Erregbarkeit

Vitamin E

schützt ungesättigte Fettsäuren vor der Oxidation

4 - 9

Muskelschwäche, Störungen der Fruchtbarkeit, Verminderung der Lebensdauer der roten Blutkörperchen

Vitamin K

wichtig für das Blutgerinnungssystem

0,15

mangelnde Blutgerinnung, Neigung zu Blutungen

   

Vitamin B1

wichtig für den Kohlenhydrat-Energiestoffwechsel und das Nervensystem

1

Appetit- und Schlaflosigkeit, Nervenentzündungen, (Beri-Beri)

Vitamin B2

beteiligt am Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel

1,5

Darm- und Lebererkrankungen, Anämie, Hautveränderungen, Sehstörungen

Vitamin B3

wichtig für am Energieumsatz beteiligte Enzyme und die normale Funktion von Nervensystem, Haut und Herz

15

Pellagra

Vitamin B5

überwiegend am Abbau von Fetten, Kohlenhydraten und Aminosäuren sowie am Aufbau von Fettsäuren und bestimmten Hormonen beteiligt

10

Müdigkeit, Schwäche, Kribbeln in den Händen und Füßen

Vitamin B6

wichtig im Eiweißstoffwechsel und für das Nervensystem

2

Schlaflosigkeit, Hautveränderungen, Nervenentzündungen, Krämpfe bei Säuglingen, Anämie

Vitamin B9

wichtig für die Zellteilung und Zellneubildung sowie für die Blutbildung. Es verhindert somit bestimmte Formen der Anämie

0,3

Anämie

Vitamin B12

spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von roten Blutkörperchen. Außerdem beteiligt am Aufbau von DNA und RNA, Wachstumsvorgängen und Aufbau von Zellsubstanz

0,002

Anämie ,Veränderung der Zungenschleimhaut, Appetitlosigkeit, verminderte Zellvermehrung

Vitamin H

bedeutend für die Herstellung von Kohlehydraten und Fetten

0,2

Muskelschmerzen, Anämie, Ekzeme, Haarausfall, Hautveränderungen

Vitamin C

spielt eine wichtige Rolle für die verbesserte Aufnahme von einigen Mineralien z.B. Eisen (bedeutend für die Bildung und Erhaltung von Bindegewebe, Zähnen)

50 - 100

Avitaminose: Skorbut (= verzögerte Wundheilung, Zahnausfall und Blutungen in Haut, Gelenken und inneren Organen)

Hypovitaminose: Müdigkeit und erhöhte Infektionsanfälligkeit

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